Wiederherstellung eines Flusssystems
Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit des Flusssystems "Lieser"
von der Mündung bis zur Quelle.
Die Lieser ist ein bedeutender linker Nebenfluss der Mosel, der in der Ortsgemeinde Lieser bei Moselkilometer 134,75 in die Mosel mündet. Mit ihrer Lauflänge von 73,65 km erfasst sie ein oberirdisches Einzugsgebiet von 403 km². Sie entspringt westlich Boxberg im Landkreis Daun, verläuft zunächst rund 24 km in diesem Landkreis und weiterhin rund 50 km bis zur Mündung in die Mosel im Landkreis Bernkastel-Wittlich.
Wegen ihrer erheblichen wasserwirtschaftlichen Bedeutung ist der rund 65 km lange Flussabschnitt (beginnend bei der Mündung in die Mosel bis zur Mündung des Hasbaches in Daun-Rengen) Gewässer II.Ordnung.
Auf der rund 62 km langen Flussstrecke von der Mündung aufwärts befinden sich 25 Wehranlagen bzw. Sohlabstürze. Die Durchgängigkeit ist an 22 dieser Anlagen unterbrochen; zum Teil sind diese noch genutzt, bzw.auch nicht mehr genutzte Mühlenwehre und andererseits auch künstliche Sohlenabstürze. An 7 Stellen werden durch Ausleitungen zum Betrieb von Wasserkraftanlagen und sonstigen Zwecken bei Mittel- und Niedrigwasser die Durchflüsse in den Ausleitungsstrecken regelmäßig so vermindert, daß hier die ökologische Durchgängigkeit unterbrochen ist. An 3 Anlagen ist die Durchgängigkeit gewährleistet.
Die Landkreise Daun und Bernkastel-Wittlich, die Stadt Wittlich, die Verbandsgemeinden Bernkastel-Kues, Wittlich-Land, Manderscheid, Daun, Gerolstein, und Kelberg führen zur Zeit die v. g. Maßnahmen durch. Im Rahmen der "Aktion Blau"-Gewässerentwicklung in Rheinland-Pfalz - Wiederherstellung der Durchgängigkeit von Gewässern werden mit finanzieller Unterstützung über den EU - Strukturfonds und nach der EU-Gemeinschaftsinitiative LEADER II im Kreis Bernkastel-Wittlich 13 Wehranlagen umgebaut bzw. beseitigt. Im Kreis Daun werden bzw. wurden neben abgängigen Wehranlagen auch Verrohrungen und Durchlässe im Flusssystem der Lieser beseitigt bzw. umgebaut. Alle Maßnahmen haben das Ziel, die Wanderung aller Lebewesen in der Lieser, vom Flusskrebs bis zur Bachforelle bachaufwärts zu ermöglichen, oder, wie der Name des Projektes beschreibt, die ökologische Durchgängigkeit des Flusssystems Lieser wieder herzustellen. Das Gesamtvolumen der Maßnahme beläuft sich auf ca. 2,3 Mill. DM ( entspr. 1,18 Mill. Euro ). In Zusammenarbeit mit den o. g. Auftraggebern, der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord-Regionalstelle Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft und Bodenschutz in Trier sowie den betroffenen Verbandsgemeinden, Gemeinden, Wasserrechtsinhabern, Mühlenbesitzern und Anliegern wurden vom Ingenieurbüro Max & Reihsner in interdisziplinärer Zusammenarbeit mit dem Büro für Landschaftsarchitektur und Landschaftsökologie
Högner & Scholtes, Minheim die Genehmigungsunterlagen ausgearbeitet. Nach öffentlichem Teilnahmewettbewerb und der hiernach erfolgten Auswahl der Bewerber wurden Maßnahmen zum Umbau von 15 Anlagen getrennt für den Landkreis Bernakstel-Wittlich und für den Landkreis Daun beschränkt ausgeschrieben. Mit den Arbeiten wurde aufgrund des Fertigstellungstermins 31. Oktober 2001 bereits am 18. Juni 2001 am Wehr der Neumühle durch die ausführende Bauunternehmung Balter aus Losheim/Eifel begonnen.